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Lean-Christmas – mach es wie der Weihnachtsmann!


Es riecht nach frisch gebackenen Plätzchen, alles ist so herrlich geschmückt und die Lichter an den Häusern und auf den Weihnachtsmärkten vermitteln etwas Besinnliches. Und es liegt ein Gefühl der Nächstenliebe in der Luft. Alle Menschen – egal ob in der Familie oder Firma – rücken etwas näher zusammen. Ein gestandener Lean-Consultant wie ich, mutiert im Advent zum Romantiker.

Meine Berufsbrille setze ich allerdings auch im Dezember nicht ab. Es geht um den Weihnachtsmann (alternativ das Christkind, aus Gründen der Vereinfachung bleibe ich aber beim Weihnachtsmann). Kinder weltweit schicken ihm lange Listen und wünschen sich, vom 24. Dezember abends bis 25. Dezember morgens, von ihm beschenkt zu werden.

Lean Weihnachtsmann
Lean Weihnachtsmann

Sehen wir uns sein dafür zur Verfügung stehendes Zeitpensum einmal genauer an und werfen dabei auch einen kritischen Blick auf seine, aus logistischer Sicht, ungewöhnliche Belieferungsmethode (Schlitten, Rentiere etc.): Wir merken schnell, dieser Mann hat ein echtes Problem! 364 von 365 Tagen keine Auslieferung, und dann alles an einem einzigen Dezembertag. Trotzdem schafft er es jedes Jahr erneut.

Somit bin ich der festen Überzeugung, dass wir vom Weihnachtsmann viel über schlanke Prozessabläufe bzw. Lean Management lernen können!

1. Manchmal braucht es ein wenig Glauben an den Prozess.

"Es ist unmöglich, dass der Weihnachtsmann drei Milliarden Häuser in einer Nacht beliefern kann!"

Parallelen gibt es zu einem ähnlichen Gedanken aus unserem Alltag: „Das wird nie funktionieren, unsere Abläufe sind einfach anders.“ Manchmal sind die Endergebnisse unserer Lean-Anstrengungen oder, wie in diesem Fall, die Auslieferungen durch den Weihnachtsmann, für einige schwer zu fassen. Aber das Vertrauen in den Prozess wird sich am Ende auszahlen.

2. Große Veränderungen sind möglich – jedoch braucht es ab und zu ein wenig Hilfe auf dem Weg dorthin.

Sicher, der Weihnachtsmann hat nur eine Nacht für die Auslieferung der Geschenke zur Verfügung. Aber er verbringt auch den Rest des Jahres mit der entsprechenden Vorbereitung auf diesen einen Event. Selbstverständlich schafft er das alles nicht ganz alleine: Seine Elfen, seine Rentiere… und am Ende des Tages auch die Eltern seiner Kunden spielen dabei eine nicht unerhebliche Rolle.
Führungskräfte können nicht alles alleine ändern. Prozessbeteiligte und Prozessanwender, Stakeholder und natürlich die Zielsetzungen spielen dabei eine wesentliche Rolle. Nutzen Sie die Ideen und das Know-how Ihrer Mitarbeiter und Kollegen vor Ort, denn sie sind die Prozessexperten und verfügen über die entsprechende Expertise und den aktuellen Stand der Prozesse.

3. Immer eine Roadmap sowie einen Umsetzungsplan haben und ihn verfolgen.

Unternehmen müssen Zielauflösungen, Prozesslandkarten und Wertströme nutzen, um dadurch die möglichen Verlustquellen auf dem Weg zur Leistungserbringung zu identifizieren, zu priorisieren und natürlich eliminieren zu können.
Der Weihnachtsmann muss drei Milliarden Häuser in einer Nacht besuchen! Er kann es sich nicht leisten, Zeit auf der falschen Reiseroute oder mit unkoordiniertem Umherirren zu vertun.

4. Die zielgerichtete Ausrichtung der Ressourcen ist von höchster Bedeutung.

Auch Elfen müssen wissen, welches Spielzeug und Wieviel sie davon bauen müssen. Um die Geschwindigkeit des Schlittens zu maximieren, müssen alle Rentiere in eine Richtung ziehen.
Wenn Stakeholder und Prozessanwender gleichermaßen, die ihn zugedachte Rolle und die Ausrichtung kennen und verstehen, werden sie mit dazu beitragen, zügig Ergebnisse und Erfolge zu erreichen.

5. Beginnen Sie immer mit einem klaren Ziel vor den Augen.

Kontinuierliche Verbesserung funktioniert am besten, wenn der Fokus auf den Kunden und dem Umsetzungsteam, das die Verbesserung tagtäglich selbst anschiebt, liegt. Der Weihnachtsmann und sein Team beginnen das Jahr mit ihrer Kundenprognose (Spielwaren für drei Milliarden Häuser), richten dann gemeinsam die Aktivitäten dafür aus und planen die Ressourcen.

6. Belohnen sie diejenigen, die helfen, die Dinge besser zu machen.

Der Weihnachtsmann bekommt Milch und Plätzchen in jedem Haus, das er besucht. Ermutigen auch Sie Ihre Mitarbeiter (am besten durch entsprechende intrinsische Anreizsysteme oder extrinsisch auf Gruppenebene), sich an der kontinuierlichen Verbesserung der Arbeitsabläufe zu beteiligen.
Der größte Erfolg ist es, wenn die Mitarbeiter erkennen, dass sie die Anstrengungen nicht für irgendwelche Prämien, sondern zur Erleichterung ihrer persönlichen täglichen Arbeit auf sich nehmen, und somit ihre eigene Arbeitssituation selbst aktiv verbessern können.

In diesem Sinne: Das gesamte TQM-Team wünscht Ihnen fröhLEANliche Weihnachten!