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Studie: erfolgreiche Produktentwicklung in deutschen Unternehmen Mangelware

„Ideen hui, Umsetzung pfui“ – so könnte der Untertitel der aktuellen Studie des Instituts für angewandte Innovationsforschung lauten. Demnach zeigen deutsche Unternehmen große Schwächen bei der Produktentwicklung, speziell wenn es um die erfolgreiche Umsetzung von Innovationen bzw. neuen Produktideen geht.

Obwohl deutsche Unternehmen als „Ideen-Schmiede“ einen exzellenten Ruf genießen und Deutschland bei den Patentanmeldungen nach wie vor im internationalen Vergleich ganz vorne (2004: Platz 3) liegt, untermauert die aktuelle Studie „Big Ideas“, dass mit einer „Idee“ alleine kein Geld zu machen ist, wenn es nicht gelingt, diese zur Marktreife zu führen und erfolgreich im Markt zu positionieren.

Um die Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren für die Entwicklung und erfolgreiche Einführung von Produktinnovationen zu evaluieren, befragte das Institut für angewandte Innovationsforschung (IAI) e.V. an der Ruhr-Universität Bochum Innovationsexperten aus 1.200 deutschen Unternehmen des produzierenden Gewerbes. Fazit der Studie:
Innovationsforscher bescheinigen den Unternehmen gravierende Schwächen bei der erfolgreichen Beurteilung und Umsetzung innovativer Ideen und Produktentwicklungen.

Wie aus den Ergebnissen hervorgeht, wird nur jedes sechzehnte der offiziell eingeleiteten Innovationsprojekte zu einem Markterfolg (6 Prozent). Weitere 87 Prozent aller Produktinnovationen erreichen erst gar nicht das Stadium der Markteinführung. Schaffen es die Produktideen bis zur Einführung in den Markt, erfüllen nur 50 Prozent, ganz oder teilweise, die mit ihnen verbundenen geschäftlichen Erfolgserwartungen. In diesem Punkt bestätigt die Studie die Ergebnisse des vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag der Deutschen Telekom und des Bundes der deutschen Industrie (BDI) 2006 entwickelten „Innovationsindikators Deutschland (IDE)“, der deutschen Unternehmen im internationalen Vergleich eine eher schlechte Innovationskultur bescheinigt.

Einer der Hauptgründe für die geringe Erfolgsquote bei Neuproduktentwicklungen deutscher Unternehmen sieht die Mehrzahl der Befragten unter anderem in einem Mangel an zeitlichen und personellen Ressourcen. Weiterhin beklagen 53 Prozent der Befragten, dass es den Entscheidungsträgern häufig an Zeit fehle, um sich mit neuen Ideen ausreichend auseinanderzusetzen. Als Folge dessen werden Ideen, die sich später als äußerst erfolgreiche Innovationsvorhaben entpuppen, häufig nicht als solche erkannt oder die ohnehin schon knappen Kapazitäten in wenig erfolgversprechende Projekte gesteckt. Darüber hinaus räumen 60 Prozent der Unternehmen Defizite und Versäumnisse im Hinblick auf die Markterforschung und Informationsgewinnung ein, und weitere 42 Prozent eine Übergewichtung von Risikofaktoren bei der Verfolgung von Innovationsvorhaben.

„Innovationen werden heute zwar allseits gefordert, doch wenn sich Mitarbeiter engagieren und neue Ideen entwickeln, wird bei einem Großteil der Unternehmen sichtbar, dass sie auf die Aufgaben der Bewertung von Innovationsideen nur unzureichend vorbereitet sind. Die Unternehmen verschwenden so oftmals nicht nur viel Zeit und Geld, sondern setzen die Motivation ihrer innovativen Kräfte aufs Spiel.“, konstatiert Prof. Dr. Friedrich Kerka, Geschäftsführer des IAI, im Rahmen einer Pressemitteilung. Um Entscheider dabei zu unterstützen, Fehler bei der Einschätzung und Handhabung von Innovationsvorhaben zu vermeiden und einen optimalen Einsatz der verfügbare Ressourcen sicherzustellen, hat das Institut für angewandte Innovationsforschung ein System zur Bewertung von Entwicklungsvorhaben mit einem dreistufigen Innovationstest entwickelt.


Redaktion
tqm.com Redaktion Angelika Schmied

Quelle
Perspektive Mittelstand

Link
TRIZ "Theorie des erfinderischen Problemlösens"


Friday, February 02, 2007 in Allgemeines  | Permalink |  Comments (0)
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