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Sparzwang auch bei Google

Auch Google muss "einen Gang herunter schalten", um in schwierigen Zeiten zu bestehen, meint das Wall Street Journal. In einem langen Beitrag erklärt das Finanzblatt, was dies konkret bedeutet: Kosteneinsparungen an allen Fronten - mit möglicherweise tief greifenden Änderungen der Unternehmenskultur.

Quelle:

Artikel von der INTERN.de vom 04.12.2008

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Einige der Sparmaßnahmen sind in den letzten Wochen auch für Außenstehende sichtbar geworden, wie etwa die Einstellung des Comic-Chats Lively, oder die Einsparungen bei dem 10.000 Köpfe zählenden Heer der nicht fest angestellten Vertragsnehmer.

Mit weiteren Maßnahmen ist zu rechnen, denn selbst Google-Chef Eric Schmidt kündigt an, die "dunkle Materie" im Unternehmen beschneiden zu wollen. Womit er Projekte meint, die "nicht richtig angekommen", oder "nicht so spannend" sind. Damit dürften auch viele der Projekte gemeint sein, für die man den Mitarbeitern 20% ihrer Arbeitszeit zugesteht. Wie Schmidt weiter meint, wird man einem Ingenieuren "nicht mehr 20 Leute geben" um an einzelnen Projekten zu arbeiten, "wenn der (wirtschaftliche) Zyklus zurückkommt, werden wir seine brillianten Visionen wieder unterstützen.

Gerade darin sieht das Wall Street Journal einen großen Wandel für das Unternehmen, in dem in den letzten Jahren Tausende von Kleinprojekten gestartet wurden. Bei keinem dieser Projekte stand die Frage im Vordergrund, ob sich die Anstrengungen auch finanziell lohnen werden. Der Anwender und seine "Erfahrungen" sollten in erster Linie von den Projekten profitieren.

Doch jetzt werden die im Bereich der Entwicklung verantwortlichen Vizepräsidenten aufgefordert, die 20 aussichtsreichsten Projekte aus ihrem Bereich zu benennen, die dann auch die meisten Mittel erhalten. Was wohl auch dazu führt, dass einige Ingenieure beklagen, nicht mehr genügend Helfer und Maschinen für ihre Projekte erhalten. Nach Meinung des Finanzblatts stellt das insbesondere für die Elitekräfte ein Problem dar, die einen Arbeitsplatz bei Google gerade aus dem Grund angenommen haben, weil sie dort die notwendigen Ressourcen für ihre Projekte erhalten.

Aber in Zeiten des Rotstifts gibt es keinen Anspruch auf Selbstverwirklichung. Heute scheint es wichtiger, die Einnahmenseite zu stabilisieren und daher werden beispielsweise jetzt schon bei Google Finance Anzeigen eingeblendet und auch weitere Bereiche der Google News werden sich zur Anzeigenoberfläche entwickeln. Obwohl es früher ausgemachte Sache schien, dass diese Bereiche frei von Werbung bleiben, um den Medienunternehmen die Angst vor einer Konkurrenz durch Google zu nehmen.

Solche Prinzipien zählen nicht mehr viel, wenn eine Krise gemeistert werden muss. Und das scheint im Moment die oberste Direktive bei Google zu sein, weshalb auch weiterhin die Zahl der Einstellungen herunter geschraubt wird und die Geschäftsprozesse mit statistischen Methoden ("Six Sigma") weiter optimiert werden. Was aber auch bedeutet, dass nun doch größerer Wert auf die kurzfristigen Interessen der Anteilseigner gelegt wird und nicht mehr die früher beschworenen "long-term objectives" eines Unternehmens, das in erster Linie "gut" sein will.

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Redaktion: www.tqm.com Alexander Frank

Friday, December 26, 2008  | Permalink |  Comments (0)
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